Praxis für Sozio - und Traumatherapie  
Petra Fittkau

Was ist  Hypnose und Trance ?

Bei der Hypnotherapie werden bewährte psychotherapeutische Verfahren mit Tranceanteilen verknüpft. Die moderne Hypnotherapie nach Milton H. Erickson ist lösungs- und ressourcenorientiert, sie stellt die Ziele und Wünsche des Klienten in den Focus und unterstützt diesen beim Erreichen seiner Ziele unter Aktivierung seiner individuellen Ressourcen. Dafür kann es hilfreich sein, Ursachen körperlicher und seelischer Probleme und Störungen direkt im Unterbewussten anzusprechen, um eine nachhaltige Verhaltensänderung und Besserung der Symptomatik beim Klienten zu erzielen. In der Hypnotherapie werden bewusste und unbewusste Prozesse angesprochen und die eigenen Selbstheilungskräfte aktiviert. Der Klient entscheidet selbst, welche Ideen und Lösungen er annimmt und wie er sie umsetzt. Seit 2006 zählt die Hypnotherapie zu den wissenschaftlich anerkannten Therapieverfahren.

Hypnose hat für viele Menschen etwas mit Kontrollverlust zu tun und man ist davon überzeugt: der Hypnotiseur hat Macht über den Hypnotisierten.

Jedoch ist jede Hypnose eine Selbsthypnose und kann die Selbstheilungs - und Regulation in Ihnen fördern.

Kein Hypnotiseur kann jemanden, der dies nicht möchte, in Hypnose bringen. Ein Hypnotiseur kann lediglich Anweisungen geben, mit deren Hilfe der Klient wahrscheinlich in eine tiefe Hypnose gehen wird, wenn er diese Anweisungen befolgt – dies setzt aber voraus, dass der Klient von Anfang an damit einverstanden ist.

Das bedeutet: der Klient kann sich jeder Zeit weigern, den Anweisungen des Hypnotiseurs zu folgen.

Der Begriff Hypnose beschreibt einen veränderten Bewusstseinszustand, welcher als Trance bezeichnet wird. Eine Trance ist gekennzeichnet durch einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit. Alles, was außerhalb dieses Fokusses ist, wird unwichtig. Dabei ist das Bewusstsein nicht wie während des normalen Schlafes inaktiv, sondern äußerst aktiv - allerdings auf eine bestimmte Sache fokussiert.

Trance ist ein ganz natürlicher Zustand, den jeder Mensch kennt. Wir alle wechseln während des Tages mehrmals vom Wachbewusstsein in den Trancezustand.

So ist z.B. gerade bei Kindern häufig zu beobachten, dass diese bewegungslos und scheinbar komplett geistig abwesend auf eine bestimmte Stelle bzw. ins Leere starren. Dieser Vorgang spiegelt bereits eine leichte Trance wieder und wird auch als Tagträumerei bezeichnet.

Wer kennt nicht folgende Situationen?

Sie sind in ein spannendes Buch oder in einen fesselnden Film vertieft und bemerken nicht, dass Sie angesprochen werden.

Bei einer längeren und oftmals monotonen Fahrt auf der Autobahn stellen Sie plötzlich überrascht fest, dass Sie einige Kilometer gefahren sind, ohne dass Sie jedoch ein Zeitgefühl dafür aufbringen oder sich an die Details Ihrer Fahrt während dieser zurückgelegten Kilometer erinnern können.

Wie im Falle der geschilderten Autobahnfahrt verlieren Sie dennoch nicht die Kontrolle über sich bzw. Ihr Fahrzeug, denn Ihr Unterbewusstsein weiß, was zu tun ist - und steuert in diesem Moment Ihr Auto trotzdem sicher durch den Verkehr.

Und genauso können Sie sich meine therapeutische Hypnose vorstellen. Ihre Aufmerksamkeit ist auf Ihr Inneres fokussiert, während Ihr Unterbewusstsein jederzeit die Kontrolle über das äußere Geschehen hat.

Hypnose und Trancetiefen

Es werden drei Trancetiefen unterschieden:

leichte Trance – mittlere Trance – tiefe Trance:

Leichte Trance

Die leichte Trance wird als Somnolenz bezeichnet. Sie unterscheidet sich kaum vom normalen Wachzustand. Es ist ein hoher aktiver Anteil des Bewusstseins vorhanden. Zudem treten eine erste Entspannung der Muskulatur und ein gesteigertes Wohlbefinden auf. In diesem Zustand werden einfache und logische Suggestionen angenommen. Klienten, die nicht darüber aufgeklärt sind, sind vor allem nach der ersten Hypnose oftmals enttäuscht, da sie diesen leichten Trancezustand nicht vom normalen Wachzustand unterscheiden können und sich daher nicht „hypnotisiert“ fühlen.

Die mittlere Trance wird als Hypotaxie bezeichnet. Die Entspannung kann sich immer mehr vertiefen, der Körper kann teilweise empfindungslos werden und das Wachbewusstsein wird immer mehr fokussiert, Außenreize treten immer mehr in den Hintergrund. In diesem Zustand werden die meisten Suggestionen angenommen, sofern sie nicht der Moralvorstellung und dem Wertesystem des Klienten widersprechen. In dieser Trancetiefe ist auch totale Schmerzlosigkeit suggerierbar.

Die tiefe Trance wird als Somnambulismus bezeichnet. In diesem Zustand kann absolute Entspannung vorhanden sein und es werden auch unlogische und realitätsfremde Suggestionen angenommen, sofern sie nicht gegen die Moralvorstellung und das Wertesystem des Klienten verstoßen. Im tiefen Somnambulismus ist teilweise eine Amnesie (Gedächtnisverlust) möglich, und es können sowohl positive, als auch negative Halluzinationen suggeriert werden. Die Übergänge der verschiedenen Trancetiefen sind fließend, daher könnte man diese theoretisch in beliebig viele Stufen unterteilen.